Wochenende bei Hannah in Garza

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Trauer Stimmung bei Trauer Wetter

Ja wer hätte das gedacht, dass ich hier in Costa Rica das erste mal richtig mit dem Tod konfrontiert werde. Nachdem in der letzten Woche das Gesprächsthema Nummer eins Nelson war, ein 36 jährigem Mann der beim Versuch eine Kokosnuss von einer Palme zu holen, von der Palme gefallen ist, war lange nicht klar, ob er überleben wird oder nicht. Vorgestern war dann traurige Gewissheit, dass er verstorben ist. Da sein Bruder bei uns in Torrito Lehrer war, kannte die Belegschaft auch Nelson und hat kurzer Hand beschlossen, der Familie mit einem Blumengesteck ihr Beileid auszudrücken. Ich wurde dann auch von der Direktorin Doña Marielos gefragt, ob ich nicht mitkommen mag. Darauf eingestellt, nur kurz die Blumen zu überreichen, willigte ich natürlich ein. Als wir dann jedoch im Haus der Familie ankamen, glich das eher einer Volksversammlung, wo die Leute bis auf die Straße standen. Insgesamt schätzungsweise 60-70 Angehörige und Freunde von Nelson und Nelson selber, im offenen Sarg erwarteten mich. So knallhart mit dem Tod, der Riesigen Trauergemeinde und der Leiche konfrontiert zu werden, darauf war ich nicht eingestellt und langsam aber sicher bildete sich ein Riesen Kloß im Hals. Die Freunde und Verwandten so weinend zu sehen, oder über dem Sarg gebeugt mit dem Toten redend hat mich selber mit einer Welle aus Emotionen überrannt. Dazu kommt auch noch die Mutter, die mich so arg mit ihrer Stärke beeindruckt hat. Es kam mir teilweise so vor, als würde sie eher die Gäste trösten als selber getröstet zu werden. Es schien eher als sei sie so enorm Stolz auf ihren Sohn, was durch den Satz „komm ich zeig dir meinen Sohn“ unterstrichen wurde. Wenn ich mir vorstelle mein Sohn würde so jung, und auf so eine dämliche Art und Weise sterben, wäre ich voll Trauer, täglich weinend. Generell schien die ganze Familie sich gegenseitig so zu stützen und einander bei zu stehen, die Brüder Haben es sich nicht nehmen lassen den Sarg in die etwa 800m entfernte Kapelle zu tragen und die Nichten servierten den Gästen Essen und trinken. In der Kapelle fanden sich dann noch mehr Leute zusammen um zu trauern. Mir wurde immer wieder gesagt, was Nelson denn für ein toller Mensch gewesen sei und wie hilfsbereit er zu allen Menschen war. Das erklärt dann auch die Menge und die Ausmaße der Trauerfeier. Bis in den Morgen hinein zeigte die Familie Bilder, Videos und Andenken und sogar heute fand ein Reit/Auto-Korso statt, mit einem Haufen an Menschen, die den Sarg letztendlich zum Friedhof brachten. Erstaunlich fand ich, dass die Frau des Verstorbenen nicht da war. Wie grausam muss es sein, im achten Monat den Ehemann und Vater seiner Kinder zu verlieren. Das alles werde ich glaube ich erst in ein paar Tagen verdauen, und langsam meinen Kloß im Hals lösen.

Aber genug der Trauer. Heute habe ich spontan bei Marie vorbei geschaut, da ich eh noch ein paar Früchte kaufen musste. Wir haben uns dann dazu entschieden einen kleinen Spaziergang am Meer Richtung Sámara zu machen, was eigentlich nie langweilig wird, weil man immer was neues entdeckt und neue Leute kennenlernt. So wie heute, wo wir ein nettes Gespräch mit David hatten, dem Inhaber unserer Lieblingseisdiele. Nicht dass die nur hammer Eis verkaufen würden (Sorten wie Ingwer, Erdnussbutter, Mojito, Nutella oder Wassermelone stehen auf der Karte), nein die Inhaber (Franzosen) sind auch immer für einen kleinen Schnack, wie Marie sagen würde, zu haben. Heute war es also David, der uns erst einmal durch alle Sorten hat probieren lassen, Schokolade und Maracuja meine heutigen Favoriten. Aber so leid es uns fürs Eis tat, haben wir uns doch für den französischen Klassiker, einen Bananen-Nutella Crêpe entschieden. Wir haben herausgefunden, dass David aus Nizza kommt, ihn alle für einem Israeli halten, er aber eigentlich halb Italiener/halb Franzose ist, er seit einem halben Jahr mit seiner Freundin die Eisdiele übernommen hat und zu unserer Enttäuschung das Eis zu Hause herstellen und nicht wie erhofft in der Eisdiele, um mal über die Schulter gucken zu können. 😦 aber ich weiß ganz genau Papi, du würdest sagen „Der weiß wie man mit Kunden umgeht und wie man verkauft. Der macht es richtig.“ – Du würdest David und seine Verkaufsstrategie lieben 😀
Auf dem Rückweg wurden wir dann von einem Fotografen angehalten, der uns zu einem Bild überredet hat, denn der Strand „is almost like a mirror“ einfach „amazing“ im Sonnenuntergang. Per Facebook erwarten wir jetzt das Ergebnis.
Ich sag ja hier muss man nicht viel Geld ausgeben um was zu erleben. 🙂

Schulfrei und trotzdem tätig

Ja wir haben es tatsächlich geschafft trotz Schulfrei, effektiv zu arbeiten. Denn heute morgen um neun, nach Tica-Gelassenheit auch gerne mal zehn, sollte eine Generalprobe für den morgen anstehenden Buchstabier-Wettbeberb stattfinden, bei dem drei Schüler unsere Schule in Torito repräsentativeren werden. Marie hat mit den dreien im Voraus fleißig Vokabeln geübt, wobei ich auch das ein oder andere mal mit helfen durfte. Und heute, bzw. morgen sollen die anderen dann sehen, ob das alles auch Früchte getragen hat. Also pünktlich wie wir deutschen nun mal sind, standen Marie und ich um neun im strömenden Regen vor den verschlossenen Toren der Schule. Nachdem Mariellos, die Direktorin, uns und unsere nassen Klamotten gesehen hat, wurde sofort Rudi gerufen, um uns die Türe auf zu schließen. (Ich weiß garnicht ob ich das schonmal erwähnt habe, aber Rudi, mein Gastbruder, ist der Hausmeister der Schule. ) und als wären unsere nassen Sachen nicht genug, wurden aus den Neun Uhr, zehn Uhr gemacht sodass Marie und ich noch Zeit hatten auf einen kleinen Plausch mit Nina im Comedor vorbei zu schauen. Die hat sich auch riesig gefreut und uns ein leckeres Mittagessen nach vollendeter Arbeit versprochen. Um zehn ging es dann los mit Vorbereitung für die Generalprobe. Unsere Erwartungen lagen bei 6 Personen (die drei Schüler, die Lehrerin, Marie und ich) in einem Raum, Vokabel-Übend. Aber dass die halbe Schule zugucken wollte, wie drei Jungs die von uns vorgelesenen Wörter zum Besten geben, haben wir nicht erwartet. Dann kam schon mal der Satz „ich glaub ich bin grade aufgeregter als die Kinder“ über Maries Lippen. So auf dem Servierteller zu stehen sind wir dann doch nicht gewohnt. Aber alles hat prima funktioniert, wir haben gemerkt wie gut unser Englisch doch eigentlich ist, sogar im Vergleich zur Lehrerin, und Fehler haben wir uns auch keine erlaubt. Richtige Profi-Englischlehrerinnen sind wir 😛
Zum Ende hin folgte dann eine Art Siegerehrung mit Urkunde und Geschenken für die Teilnahme und Repräsentation der drei Jungs. Für jeden gabs einen neuen Taschenrechner. Was die Geschenke an die Schüler betrifft, muss ich sagen sind die Lehrer schon recht spendabel. Taschenrechner, USB-Sticks… Alles schon dabei gewesen.
Zum Nachmittag haben Marie und ich uns verabredet um einige Erledigungen in Sámara zu machen. Mein Duschgel neigt sich dem Ende und außerdem musste eine Wassermelone gekauft werden. Wofür? Wir planen in der Woche vor Halloween zwei Aktionstage für die Kinder zu veranstalten. Unter anderem mit Kürbisschnitzen, Masken basteln, Kunstblut herstellen und und und. Da es hier aber leider keine Kürbisse gibt, haben wir kurzer Hand umdisponiert und wollten ausprobieren, ob das nicht auch mit einer Wassermelone funktioniert. Gesagt getan, und so saßen wir eine Stunde später, und ich um einiges ärmer denn mein Duschgel war mit umgerechnet 6$ doch teurer als erwartet, in Maries Vorgarten und schnitzten Melone. Das Ergebnis kann sich echt sehen lassen!
Den Abend habe ich dann zu Hause, Karten spielend mit Ninas Mama, ausklingen lassen. Dafür, dass ich normalerweise eine Niete im Karten Spielen bin, jeder der mal mit mir Karten gespielt hat weiß das, habe ich alle ordentlich weggezockt. Jetzt liege ich also voller Stolz im Bett und hoffe, dass es euch allen gut geht, und morgen beim Wettbewerb alles gut läuft!!!

Strandtag mit der Familie

Nachdem mir nach der letzten Woche ohne Arbeit ein bisschen dieDecke auf den Kopf gefallen ist, kam heute wieder ein Hoch. Letzte Woche haben Marie und ich all unsere freie Zeit mal genutzt, um Sámara von oben bis unten ab zu checken. Was wir dabei entdeckt haben: viele tolle Schmuck-Läden und einen Öko-Markt mit Falaffel, Burger und Eis in den tollsten Sorten (Ingwer, Nutella, Erdnussbutter, Mojito und und und). Wir haben uns schon für nächste Woche mit allen Freiwilligen zur Aktion „2 zum Preis von einem“ verabredet. Burger und Pommes klingt doch ganz verführerisch. Nächste Woche steht ja noch eine freie Woche an. Da haben wir unter anderem vor mal zu reiten und uns surfen beigebracht zu bekommen. Aber zurück zu heute. Nachdem ich die letzten zwei Tage etwas Probleme mit meinem Magen hatte, was anscheinend an der „Starken Milch“ lag (anscheinend super super frisch und super super „fuerte“). Habe mich schon gewundert warum die keiner trinkt. Im Nachhinein wurde ich darüber aufgeklärt, dass man die Milch nur mit Wasser verdünnt oder im Kaffe trinkt. Aber heute ging es mir zum Glück besser, sodass wir alle nach dem Frühstück unsere sieben Sachen gepackt haben und zu Ninas Bruder rüber gegangen sind. Die warteten schon mit tausend Taschen, voll mit Pinto, Fresco und und und, um mit uns an den Playa Carillo zu fahren. Mit Sack und Pack, und zu dem Zeitpunkt auch noch mit Sonne haben wir uns einen schönen Platz nahe eines kleinen Wasserfalls gesucht. Die anderen Kids, Neffen und Nichten von Nina, stürzten sich auch gleich auf die Quelle und tranken das Wasser, als sei es aus einer Oase in mitten einer Wüste. Ich hab’s dann auch mit etwas zögern probiert, und ich muss sagen: besser als aus dem Hahn. Danach sind wir Mädels (Nina, ihre Schwägerin und ich) auf Muschelsuche gegangen, um später das typische Ceviche herzustellen. Nichtsahnend kam ich natürlich mit, um mit einem Messer bewaffnet in der prallen Sonne (natürlich eingeschmiert ;-)) über Kilometer lange Steinfelsen zu klettern. Der einsetzende Regen nach 3 Stunden machte dann auch nichts mehr. Selbstverständlich hatten wir uns dann erstmal ein leckeres Pinto-Mittagessen verdient, nachdem wir drei Tüten voll Muscheln, Austern und anderem Meereszeug angeschleppt haben. Die Männer haben derzeit ihr Glück im Angeln versucht, leider vergeblich. Ein kleines Stündchen schwimmen, baden unter dem Wasserfall und ausruhen im Regen haben den Tag dann abgerundet… Wobei nein.. ganz abgerundet hat den Tag das Krokodil, das auf einmal im Fluss auftauchte. Irre sowas in der freien Natur erleben zu dürfen!!!
Morgen werde ich mich mal wieder hinter mein Spanisch-Vokabel Heft klemmen und vielleicht ein bisschen Sonne in meiner freien Zeit tanken. Oder mal meine Liebste Hannah in Garza besuchen, die heute in Sámara war, und wir uns leider verpasst haben.. Mal sehen, wir werden wie immer in den Tag rein leben. „Mañana es un otro día“, wie es Ninas Mama zu sagen pflegt, morgen ist ein anderer Tag. Also „vamos a ver“… Mal sehen.
Wie sieht es denn zur Zeit in Deutschland aus? Hinterlasst gerne einen Kommentar und erzählt was in Deutschland so läuft, bin gespannt. Hat der Herbst schon richtig eingesetzt? Wie waren die erste Vorlesungen, Mivi? 😉